Fussformen

 

Spreizfuss: Unter Spreizfuss wird ein Auseinanderweichen der Knochenstrahlen des Mittelfusses verstanden. Ein "kleines Fussgewölbe" oder "Quergewölbe", das normalerweise im Bereich des Vorfussballens ausgebildet sein sollte, ist durchgetreten, so dass häufig eine Schwiele unterhalb der Grundgelenke der zweiten und dritten Zehe deutlich in Erscheinung tritt. Heute weiss man, dass auch das "Quergewölbe" nicht nur durch Bänder, sondern auch durch Muskulatur aufrechterhalten wird, u.a. der Ballenmuskulatur.

 

Beschwerden, was ist zu tun?: Grundsätzlich gilt, dass ein nur leicht veränderter Fuss mit Krankengymnastik und orthopädietechnischer Versorgung erfolgreicher zu therapieren ist als bereits stark veränderte Füsse. Ein wichtiger, eigentlich leicht beeinflussbarer Faktor ist das Schuhwerk. Der nach vorne spitz zulaufende Damenschuh begünstigt Zwangshaltungen der Zehen und Überlastungen der kleinen Mittelfussknochen. Leider werden Ratschläge zum Schuhwerk aufgrund der modischen Zwänge unserer Gesellschaft nur selten beachtet. Aus orthopädietechnischer Sicht ist das Tragen von Einlagen, die dazu dienen den Mittelfussknochen anzuheben, eine sehr erfolgreiche Massnahme. Barfusslaufen auf weichem Boden stärkt die aktive Zehenhaftung.

 

 

Knickfuss: Als Knickfuss bezeichnet man eine krankhafte Fehlstellung des Rückfusses, mit einer Senkung am medialen ( inneren ) Fussrand und einer Anhebung des lateralen ( äusseren ) Fussrandes. Der Knickfuss tritt häufig in Verbindung mit dem Senk- oder Plattfuss auf. Beim Kleinkind ist in einem gewissen Zeitraum ein Knickfuss physiologisch, d. h. der Normalfall. Im Alter von 8 bis 10 Jahren sollte der Kinderfuss jedoch soweit gefestigt sein, dass der Fuss nicht mehr oder nur noch minimal nach innen einknickt.

 

Beschwerden, was ist zu tun?: Bei leichteren Formen, Einlagen, Knickfussstützen und Fussgymnastik und/oder Barfusslaufen. Bei schwereren Formen, im Konfektionsschuh beachtet einer stabilen Hinterkappe, auch orthopädischer Massschuh kann sinnvoll sein.

 

 

Senkfuss: Wenn das Längsgewölbe des Fusses (die Wölbung von der Ferse zum Vorderfussballen) abgeflacht ist, wird dies als Senkfuss bezeichnet. Typisch ist, dass der Fuss eingeknickt ist und der Knöchel auf der Innenseite heraus steht. Von hinten betrachtet, sieht man, dass der Übergang vom Wadenmuskel über die Achillessehne zur Ferse nach aussen abknickt. Daher auch die Bezeichnung „Knicksenkfuss“. Der Extremfall liegt vor, wenn die Haut der Fusswölbung komplett am Boden aufliegt - dies wird als Plattfuss bezeichnet. Ein Senkfuss kündigt sich durch starke Fussschmerzen im Bereich der Mittelfussknochen an. Da der Fuss beim Gehen die Schritte nicht mehr abfedern kann, kann jeder Schritt schmerzthaft werden. In der Wachstumsphase ist der – dann meist noch lockere – Plattfuss schmerzfrei.

 

Beschwerden, was ist zu tun?: Eine ursächliche Behandlung besteht in der Kräftigung der Fussmuskulatur. Ziel erreicht man vor allem durch Barfussgehen. Da dies ist nicht immer möglich ist, sollte auf nicht einengendes Schuhwerk mit möglichst wenig Absatz geachtet werden. Auch Fussgymnastik (Spitzengang, Fersengang, Zehengreifen, usw) stimuliert den Muskelaufbau. Bei der Krankengymnastik können spezielle Übungen gelernt werden, die der Fehlhaltung entgegenwirken. Einlagen sind sinnvoll, um den Fuss bei starken Belastungen abzustützen, um Schäden an den Knien oder dem Rücken vorzubeugen.

 

 

Plattfuss: Der Plattfuss ist im Endstadium (kontrakt) eine krankhafte Verformung der Fussknochen, wobei das Fussgewölbe durchgetreten ist und die gesamte Fussfläche auch ohne Belastung auf dem Untergrund aufliegt. Ursachen für die Entstehung eines Senk- oder Plattfusses sind beispielsweise eine Schwäche der Sehnen oder Übergewicht. Eine Vorform des Plattfusses ist der Senkfuss, bei dem sich das Längsgewölbe absenkt.

 

Beschwerden, was ist zu tun?: Grundsätzlich ist bei einem erworbenen Plattfuss eine Therapie nicht notwendig, solange keine Beschwerden bestehen. Kommt es aber zu Schmerzen, sollte der Schwerpunkt einer Therapie darin liegen, das Fussgewölbe besser zu stützen und die Belastung zu verteilen. Dabei kommen sowohl krankengymnastische Übungen zur Verbesserung der Unterschenkel- und Fussmuskulatur sowie Einlagen zum Einsatz. In schwereren Fällen können spezielle Massschuhe nötig sein.

 

 

Hohlfuss: Ein Hohlfuss ist meist angeboren, familiär. Andere Ursachen dafür sind Lähmungen und Nervenschäden der Fussmuskeln. Auch eine Schwäche der Fussmuskeln und der Bänder kann die Ursache sein. Manchmal ist der Hohlfuss ein erstes Anzeichen einer Muskelschwäche. Druckstellen an der höchsten Stelle des Spanns, an der Fusssohle des Ballens und den Zehen, was zu Fussschmerzen und zu Schwierigkeiten beim Gehen führen kann. Die Zehen sind stark gekrümmt und versteift. Am Ballen und am äusseren Rand verschleissen die Schuhe leicht. Verstauchungen kommen häufiger vor.

 

Beschwerden, was ist zu tun?: Ist die Fussdeformation nur leicht ausgeprägt, liegt ein so genannter flexibler Hohlfuss vor. In diesem Fall können bereits konservative Massnahmen wie Krankengymnastik, spezielle orthopädische Einlagen und Nachtschienen zu einem Behandlungserfolg führen.

 

 

 

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