Vorfussprobleme: NUMO erklärt

Der Vorfuss ist lediglich ein kleiner Teil unseres Körpers. Dennoch kann er so manche Probleme bereiten. Häufig vorkommende Beschwerden sind zum Beispiel Hallux valgus, Schneiderballen, Hammer- oder Krallenzehen, Morton-Neuralgie oder Schmerzen am Sesambein oder an/unter den Köpfchen der Metatarsalen (= Mittelfussknochen). Mit Letzterem wollen wir uns heute beschäftigen. Auf die anderen genannten Probleme werden wir in späteren Beiträgen näher eingehen.

Symptome der Vorfussbeschwerden

Der Fachbegriff für Beschwerden im Bereich der Metatarsalköpfchen lautet Metatarsalgie (von griechisch Metatarsus „Mittelfuß“ und algos „Schmerz“). Es handelt sich hierbei insbesondere um eine Überlastung des zweiten, dritten oder vierten Fuss-Strahls. Meist reagiert der Körper auf diese Überbelastung mit der Bildung von vermehrter Hornhaut (= Hyperkeratose). Es können schmerzende Druckstellen entstehen. Teilweise kommt es auch zu Ausstrahlungen bis in die Zehen oder zu Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit.

Die Anatomie des Fusses

Woher kommen die Schmerzen in meinem Vorfuss?

Mögliche Ursachen für eine Metatarsalgie gibt es diverse: vermindertes Fettgewebe, das als Polster unter den Metatarsalköpfchen dient, Zehen- und Fussdeformationen oder rheumatische Erkrankungen. Wenn zum Beispiel ein vorhandener Hallux valgus eine ausreichende Belastung des Grosszehengrundgelenkes verhindert und dadurch das zweite und dritte Metatarsalköpfchen stark belastet wird und deswegen schmerzt, spricht man von einer Transfer-Metatarsalgie. Die Ursache kann aber auch eine schlichte Überbelastung sein, verursacht durch zu lange Belastungszeit und/oder zu hohe Belastungsspitzen.


Fallbeispiel einer Überbelastung des zweiten und dritten Metatarsalkopfes. Das Grundgelenk des grossen Zehs (Hallux) übernimmt zu wenig Druck im Vorfuss während der Abstossphase (siehe mittlere Darstellung). Aufnahme mit einer footscan®-Druckmessplatte.

Was kann ich dagegen tun - unsere Empfehlungen

Wenn bei Ihnen eine Metatarsalgie diagnostiziert wird, dann kommen Sie zu NUMO. Es ist wichtig, dass die schmerzenden Stellen entlastet werden. Wie das gemacht wird, darüber ist sich die Fachwelt nicht immer einig. Im Prinzip gibt es vier Möglichkeiten:

a)  Ein Schuh mit steifer Sohle plus guter Abrollung
b)  Eine orthopädische Einlage mit retrokapitaler Abstützung (Erhöhung hinter den Metatarsalköpfchen)
c)  Weichbettung des gesamten Vorfusses
d) Punktuelle Entlastung der schmerzenden Stelle mit Verschiebung der Belastung auf nicht-betroffenen Regionen

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Belastung des Vorfusses, über den gesamten Gangzyklus betrachtet, während der Abstossphase am höchsten ist. Die Dauer der Abstossphase (Zeit vom Fersenabheben bis Fussabheben) erstreckt sich beim Gehen über ungefähr 50% der gesamten Standphase [1]. Es liegt also nahe, dass der Fokus bei der Behandlung einer Metatarsalgie in diesem Bereich liegen muss.

a)   Die Schuhwahl spielt eine entscheidende Rolle. Ein Schuh mit steifer Sohle reduziert den Spitzendruck im Vorfuss im Vergleich zu einem Schuh mit flexibler Sohle [2]. Gleichzeitig sollte die Schuhsohle aber nicht nur steif sein, sondern auch eine genügende Abrollung aufweisen. So unterstützt der Schuh den Abrollvorgang und der punktuelle Druck im Vorfuss wird reduziert.

b)  Um die retrokapitale Abstützung ranken sich so einige kontroverse Diskussionen [3]. So ist in der Literatur zum Beispiel zu lesen, dass eine retrokapitale Abstützung das Quergewölbe des Fusses unterstützt. Allerdings ist die Ansicht, dass so ein Quergewölbe überhaupt existiert, inzwischen überholt [3]. Die retrokapitale Abstützung kann den Druck im Vorfuss reduzieren. Dabei ist es wichtig, dass sie wirklich hinter und nicht unter den Metatarsalköpfchen liegt, sonst verursacht sie zusätzliche Probleme. Die Entlastung mittels einer retrokapitalen Abstützung ist allerdings nur in der Standphase möglich. Für einen Effekt während des Abstossens müsste sie so enorm hoch sein, dass die Schuheinlage nicht mehr bequem getragen werden kann.

c)  Eine ähnliche Druckentlastung im Vorfuss kann auch mittels einer Weichbettung des gesamten Vorfusses geschehen. Sie hat in etwa die gleiche Wirkung wie eine retrokapitale Abstützung [2].

d)  Eine punktuelle Entlastung der schmerzenden Stelle geschieht über zwei Wege: einerseits wird die Stelle mittels weicheren Materialien punktuell entlastet, andererseits werden benachbarte Regionen gezielt mehr belastet. Der Vorteil gegenüber der Weichbettung des gesamten Vorfusses ist, dass die Schuheinlage nicht besonders dick sein muss und allfällige weitere Korrekturen im Vorfuss besser umgesetzt werden können.

Selbstverständlich sind Kombinationen der oben genannten Massnahmen möglich und sinnvoll. Bei NUMO beraten wir Sie individuell und achten darauf, wann Sie die Schuheinlagen tragen: in stehender Position, beim Sport oder beim Gehen. Mittels einer dynamischen Druckmessung und Palpation können wir den Schmerzpunkt lokalisieren und dementsprechend die Schuheinlage für Sie bauen. Und auch wenn beim ersten Versuch nicht alles sofort perfekt sitzen sollte – wir lassen Sie nicht allein und bleiben dran. Bei NUMO haben Sie eine Garantie von drei Monaten auf Ihre Einlage. In dieser Zeit fallen für allfällige Anpassungen der Einlage keine zusätzlichen Kosten für Sie an.

Haben Sie Vorfussschmerzen und möchten Ihre Behandlungs-Möglichkeiten bei uns abklären lassen? Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Termin per Telefon oder via Online-Buchung (siehe Schaltfläche unten rechts).

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Literaturverzeichnis
[1]   Huang C, Fukushi K, Wang Z, Nihey F, Kajitani H, Nakahara K. Method for Estimating Temporal Gait Parameters Concerning Bilateral Lower Limbs of Healthy Subjects Using a Single In-Shoe Motion Sensor through a Gait Event Detection ApproachSensors (Basel). 2022;22(1):351. doi:10.3390/s22010351
[2]   Baur, H, Merz, N, Muster, A, Fluckiger, G, Hirschmuller, A. Vorfussentlastung durch Schuheinlagen: Effekte unterschiedlicher Konstruktionsprinzipien. Zeitschrift für Rheumatologie, 2018;77(3):231-239. Springer Medizin Verlag. doi:10.1007/s00393-017-0347-8
[3]   Gabel M, Ziegler A. Sinn der retrokapitalen Pelotte in der Einlagenversorgung. OUP, 2016;12:692-695. doi:10.3238/oup.2016.0692–0695

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